Ein Traktor vor einer Biogasanlage

Eine Branche im steten Wandel

Die aktuellen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Biogasanlagen zwingen die Betreiber dazu, sich intensiver als bisher mit der Effizienz der Anlagen zu beschäftigen. Bei der Optimierung bestehender Anlagen liegt der Fokus sowohl auf Maßnahmen zur Kostensenkung als auch auf Maßnahmen zur Leistungsmaximierung – immer mit dem Ziel, die Kosten-Nutzen-Bilanz insgesamt zu verbessern.

Neue Rahmenbedingungen

Der Biogas-Markt gestaltet sich aufgrund neuer Rahmenbedingungen wie zum Beispiel dem Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien EEG anders als in der Vergangenheit: Die Erfahrung unserer Mandanten aus dieser Branche zeigt, dass sich Anlagen alleine durch die Stromerzeugung nach Einführung des EEG nur schwer rechnen. Zusätzliche Erlöse, zum Beispiel durch die bedarfsgerechte Strombereitstellung, durch die Nutzung/den Verkauf der Abwärme oder auch durch die Gasaufbereitung (Bio-Methan) und damit den Einstieg in den Kraftstoffmarkt, sind mögliche Wege, die Anlagen langfristig erfolgreich zu machen. Darüber hinaus können diese Anlagen durch Kraft-Wärme-Kopplung und Bio-Methan auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Kosten-Nutzen-Bilanz verbessern – aber wie?

Um diese zusätzlichen Erlöse zu erzielen, gilt es, mit den richtigen Stellschrauben die Kosten-Nutzen-Bilanz zu verbessern.

Drei Ideen für die Optimierung der Eingangs-Rohstoffe:

  1. Kostengünstigere Substrate – insbesondere Wirtschaftsdünger wie z. B. Mist und Gülle – können eine wirtschaftliche Alternative zu den gängigen nachwachsenden Rohstoffen sein.
  2. Die Erfahrung bei unseren Mandanten zeigt, dass Biogasbetreiber immer öfter den Maisanteil im Substratmix reduzieren. Allerdings stellen Alternativsubstrate eine Herausforderung an die Prozessführung und Gärbiologie im Anlagenbetrieb dar.
  3. Technische Anpassungen, wie z. B. die Vorbehandlung des Substratanschlusses erfordern erhebliche Investitionen. Deshalb ist die biotechnische Optimierung durch den Einsatz geeigneter Enzymzusätze eine wirtschaftliche Alternative.

Auch der Anlagenbetrieb kann optimiert werden, zum Beispiel durch

  • die regelmäßige Überprüfung der Gasdichtigkeit des Anlagendachs.
  • die Reduzierung des Eigenstroms der Verbrauchsgeräte (Motoren, Rührwerke etc.).
  • die Einkaufsverbesserung der Verbrauchsstoffe.
  • die Analyse der Ablaufdiagramme und Optimierung der Betriebszeiten.
  • die Einführung einer vorbeugenden Wartung.
  • die Optimierung einzelner Anlagenkomponenten zum Beispiel durch einen gezielten Austausch.
  • die Erstellung eines Wärmekonzepts zur Nutzung von noch ungenutzter Wärme.

Und die betriebswirtschaftliche Transparenz kann ebenfalls verbessert werden:

  • Aussagekräftige betriebswirtschaftliche Auswertungen bringen Klarheit in die Wirtschaftlichkeit der Anlage.
  • Eine detaillierte Ergebnisrechnung ist die Basis für weitere strategische Entscheidungen.
  • Die optimierte Finanzierungsstruktur bei Anlagen-, Neu-, Ersatz- oder Erweiterungsinvestitionen sorgt für finanzielle Stabilität.

Deswegen sind wir der Meinung, dass bei Nutzung all dieser Potenziale Biogasanlagen trotz der schwierigeren Rahmenbedingungen dennoch eine Zukunft haben.

Bildquelle: beebright / 123RF Standard-Bild

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