Neues Sanierungsinstrument ohne Stigma?

Die Europäische Union hat am 22.11.2016 einen Richtlinien-Entwurf über präventive Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen vorgelegt (COM (2016) 723 final). In dieser Richtlinie geht es darum, vorinsolvenzliche Richtlinien und Standards zu entwickeln, um mit einer frühzeitigen Restrukturierung von angeschlagenen Unternehmen Wachstum und Beschäftigung zu sichern. So sollen zum einen europäische Verfahren vereinheitlicht werden, denn in den verschiedenen Mitgliedsstaaten gibt es unterschiedliche Insolvenzantrags-Gründe und auch die Erfolgsquoten unterscheiden sich. Zum Anderen soll mit der Richtlinie ein neues Sanierungs-Instrument entstehen, das nicht das Stigma einer Insolvenz hat.

Eine derartige Restrukturierung soll insbesondere effizienter, kostengünstiger und Weiterlesen

Uhr - die Zeit ist gekommen

Restrukturierung: Wann ist es so weit?

Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt für eine Restrukturierung? Dies ist eine gute, aber nicht leicht zu beantwortende Frage! Denn kein Unternehmer wird den genauen (Zeit-) Punkt abpassen können, an dem eine Restrukturierung seiner Firma nötig wird. Hin und wieder sind es auch nur wenig beeinflussbare Ereignisse von außen, die ein Unternehmen in die Schieflage bringen können: Plötzlich kann zum Beispiel ein Zulieferer, der schon bezahlt wurde, insolvent gehen, und damit zusammenhängende Lieferungen ausfallen.

Die wichtigen Unternehmens-Kennzahlen

Um eine solche Schieflage zu vermeiden und um rechtzeitig auf eine Krise reagieren zu können, sollte sich ein Unternehmer regelmäßig Weiterlesen

Mähdrescher in Aktion

Finanzierung von Unternehmen im Agri-Business

Die Finanzierung im Agrargeschäft/Agrarhandel und in agrarnahen Bereichen wie zum Beispiel der Land-/Forsttechnik oder der Ernährungswirtschaft ist in der Regel sehr stark von saisonalen Einflüssen geprägt. Die Probleme liegen darin, dass durch die Finanzierung des notwendigen Lagerbestandes (z. B. Düngervorhaltung für das Frühjahr, Getreideankauf im Spätsommer, Landtechnikmaschinen im Winter/Frühjahr usw.) erhebliche finanzielle Ressourcen bereitgestellt werden müssen, um die notwendige Liquidität – und auch Rentabilität – zu gewährleisten.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Volatilität in den Agrar-Rohstoffmärkten in den letzten Jahren einen zunehmend stärkeren Einfluss auf das Agrargeschäft genommen hat. Das heißt, die Agrarrohstoffmärkte sind durch verschiedene Ursachen wie zum Beispiel politische Einflussfaktoren, Wetter-/Klimaänderungen oder die Nutzung als Bioenergie erheblichen Preisschwankungen unterworfen, die kaum vorhersehbar sind.

Die Herausforderung: schwankender Finanzierungsbedarf

Diese Einflussfaktoren führen in vielen Agri-Betrieben zu einem saisonal schwankenden Finanzierungsbedarf: Zu einem erhöhten Liquiditätsbedarf kommt es vielfach deshalb, weil insbesondere im Agri-Business die Zeitspanne zwischen Mittelverwendung und Mittelrückfluss über Einkünfte verhältnismäßig lang ist.

Als Lösung dieser Liquiditätsproblematik kommen deshalb Weiterlesen

Rechtsprechung mit Gesetzbuch und Hammer

Kritik an der Neufassung des IDW S 6

Aktuelle Situation

Geschäftsführer und Inhaber von Unternehmen in der Krise werden von ihren finanzierenden Banken in der Regel dazu angehalten, ein Sanierungsgutachten vorzulegen. Dies wird meist nach dem Standard IDW S 6 erstellt.

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat nun mit Stand vom 08.09.2017 den Entwurf einer Neufassung des IDW S 6 – den IDW ES 6 neue Fassung (n. F.) – vorgelegt. Dieser Entwurf wird von vielen Sanierungsexperten für praxistauglich gehalten, es gibt aber auch Kritik.

Kritik am IDW ES 6 (n. F.)

Diese Kritik wird in erster Linie von den Experten Maximilian Pape und Georgiy Michailov geäußert. Diese beiden Sanierungsexperten stören sich an der Forderung des IDW, dass „zur Wiederherstellung der Rentabilität eines Unternehmens, zum Ende des Sanierungszeitraums eine angemessene bilanzielle Eigenkapitalausstattung gegeben ist, da ein Unternehmen mit negativem oder nur geringem bilanziellen Eigenkapital regelmäßig Nachteile gegenüber Wettbewerbern mit angemessener Eigenkapitalausstattung haben werde und somit aufgrund schlechterer Konditionen z. B. der Kreditinstitute oder Lieferanten nicht wettbewerbsfähig wäre.“ (vgl. IDW ES 6 n. F., Rn. 77) Weiterlesen

Männchen fällt in Hängematte

Warum wird ein IDW S 6 Sanierungskonzept verlangt?

Eines der sichersten Zeichen für eine Unternehmenskrise ist die zunehmend fehlende Liquidität. Erster Ansprechpartner bei der Lösung dieses Problems ist zumeist die Hausbank: Viele Banken wollen in dieser Situation auch durch Gewährung einer Überziehungslinie, mit einer Tilgungsaussetzung oder einer Zinsstundung helfen. Doch die Institute müssen sich an Regeln und Vorgaben halten. Denn die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) verlangt in der MaRisk (Mindestanforderung an das Risikomanagement) für die weitere Begleitung eines Unternehmens in der Krise ein Sanierungskonzept eines unabhängigen Dritten – inklusive einer Fortführungsprognose. Die Notwendigkeit eines solchen Prozedere wurde durch mehrere BGH-Urteile bestätigt.

Hohe Kosten, warum?

In der Regel wird ein solches Sanierungskonzept nach den Grundsätzen des IDW S 6 erstellt. Dieses Konzept muss aufgrund der Tragweite für alle Beteiligten sehr sorgfältig Weiterlesen

Imperia Hafen Konstanz

1. Bodensee Forum für Krise, Sanierung und Turnaround

Am 6. Juli 2017 fand das 1. Bodensee Forum im Konzil in Konstanz statt. Herr Prof. Hans Haarmeyer, leitender Direktor des Deutschen Instituts für angewandtes Insolvenzrecht e. V., führte auf dieser spannenden Konferenz durch zahlreiche Vorträge renommierter Referenten.

Die Themen:

  • Erfolgreiches Scheitern oder: die Krise als Chance
  • Insolvenzgerichte und Krise oder: Insolvenzgericht in der Krise
  • Nachhaltige Sanierung unter Insolvenzschutz oder: über Böcke und Gärtner
  • Außergerichtliche Sanierung – die Zukunft der 2. Chance

Bedeutung für die Zukunft

Bedeutung für die Zukunft von Unternehmern, Beratern und Insolvenzverwaltern hatten dabei insbesondere die im Vortrag von Herrn RA Michael Pluta enthaltenen Informationen: Der Fachanwalt für Weiterlesen

Der Hammer des Richters

Steuerberaterhaftung: ein Urteil, das es in sich hat

Das im Januar 2017 vom Bundesgerichtshof (BGH) verkündete Urteil zur Steuerberaterhaftung bei Insolvenz wird nach unserer Erfahrung von vielen Unternehmern gar nicht oder viel zu wenig beachtet – genau wie von den meisten, oftmals kleineren Steuerberaterkanzleien.

Haftung des Steuerberaters

Laut diesem Urteil (Aktenzeichen K ZR 285/14) haftet der Steuerberater der zu Weiterlesen